EMDR bei Ängsten

EMDR


Die Abkürzung EMDR steht für
Eye Movement Desensitization and Reprocessing,
was auf Deutsch Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung bedeutet. Begründerin dieser Psychotherapiemethode ist die US-amerikanische Psychologin Dr. Francine Shapiro.

Während einer EMDR-Behandlung werden, vereinfacht erklärt, im Wachzustand die REM-Phasen nachgestellt, welche wir im Normalfall nur im Schlaf durchlaufen, um das am Tage Erlebte zu verarbeiten.
Das bedeutet: Während Sie sich gedanklich auf ein Sie belastendes Thema fokussieren, leite ich Sie an, mit Ihren Augen der Bewegung meines Fingers zu folgen. In der Fachsprache nennen wir dies bifokale Stimulierung (doppelter Fokus: innerer Fokus auf ein Thema, äußerer Fokus auf ein bewegliches Objekt). Hierdurch kommt es zu der charakteristischen Links-Rechts-Bewegung der Augen, welche Ihnen im Zusammenhang mit EMDR vielleicht schon bekannt ist.

Es gibt allerdings auch noch andere Möglichkeiten, die nötige bilaterale Stimulierung (Verwendung externer Reize, die in einem rhythmischen Seite-an-Seite Muster auftreten) zu erreichen: So kann nicht nur mit Augenbewegungen, sondern auch mit akustischen oder taktilen Reizen gearbeitet werden.
Auch hier entscheiden allein Sie, was individuell für Sie am angenehmsten ist!

Durch die bifokale und bilaterale Stimulierung können im EMDR alle Emotionen im limbischen System verarbeitet werden, welche hier momentan noch "feststecken" und in Ihrem bisherigen Leben dazu führten, dass Sie in bestimmten Situationen keine Kontrolle über Ihre Reaktionen hatten (z. B. unwillkürliches Zittern bei bevorstehenden Vorträgen, Herzrasen beim Anblick einer Spinne etc.).

Die Wirksamkeit von EMDR ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt. Die Forschungsergebnisse zeigen: nach der Behandlung einer posttraumatischen Belastungsstörung mit EMDR fühlen sich 80% der Patienten deutlich entlastet - und das bereits nach wenigen Anwendungen.
Im Jahr 2006 hat der wissenschaftliche Beirat für Psychotherapie EMDR als wissenschaftlich begründete Psychotherapiemethode anerkannt.